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Sportabzeichen Gudrun Jesse

Sportabzeichen Gudrun JesseVor zwei Jahren hat die pensionierte Lehrerin Gudrun Jesse ihre Liebe zum Sportabzeichen wiederentdeckt. Das erste von bisher insgesamt 15 dieser sportlichen Nachweise legte die 65-Jährige 1975 in ihrem Sportstudium ab. Als ihre ehemalige Schule, das Dionysianum in Rheine, beschloss, statt der Sommer-Bundesjugendspiele mit den Schülerinnen und Schülern alljährlich beim NRW-Wettbewerb zur Erlangung des Deutschen Sportabzeichen mitzumachen, legte Jesse die Sportabzeichen zwei bis 13 nach.
Im Jahr 2013 schränkte Arthrose ihre Bewegungsfähigkeit ein mit der Konsequenz, dass 2015 beide Hüftgelenke durch Endoprothesen ersetzt wurden.
Vor ihrem Hüftleiden nahm Jesse, die von sich sagt:„Ich bin ein Wettkampftyp“, gerne an Triathlons teil. Mit 40 gewann sie den „Münsterlandcup“ über die Volksdistanz. Als Prämie gab es einen Wochenendaufenthalt im Sportschloss Velen.

„Mein Mann trat über die Olympische Distanz an und gewann einen Sechserträger Bier, obwohl er sich viel mehr angestrengt hatte“, schmunzelt Jesse noch heute gerne über diese Anekdote.
Seit den Hüftoperationen liegt der sportliche Schwerpunkt auf Mountainbike-Touren, inzwischen mit einem E-Mountainbike. Ein regelmäßiges Schwimmtraining im Mesumer Hallenbad stoppte die Corona-Pandemie durch Badschliessung.
Im Jahr 2019 legte Jesse zum ersten Mal das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung in Berlin ab. Voraussetzung ist ein dauernder Grad der Behinderung (GdB) von 20 oder mehr – oder das Tragen einer Endoprothese. Jesse ist mit ihren beidseitigen Hüftprothesen in die Klasse C1 eingestuft. Sie wurde bei ihrem alten Verein, der LG Rheine-Elte, vorstellig. Unter dem damaligen Trainer Eugen Schulte startete Jesse einst für die Blau-Gelben bei zahlreichen Laufwettbewerben über zehn Kilometer, war unter anderem auf Norderney, beim Münster-Marathon 2002 im Einzel, später auch in Staffeln und 2008 bei einem Women-Race in Oudtshorn, Südafrika dabei.
2019 war es bei LG Rheine-Elte noch nicht möglich, das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzulegen. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch kein Trainer der LG die Lizenz dazu. Aber der Verein handelte schnell: Die Sportabzeichenprüfer Günter Kunzmann, Dennis Klein und Jörg Fels bildeten sich weiter und machten eine Zusatzausbildung, so dass die Trainer nun auch die Abnahme des Sportabzeichens für Menschen mit Behinderungen durchführen.
So konnte die LG Rheine-Elte im Jahr 2020 neben 74 Kindern und Jugendlichen, 30 Erwachsenen und neun Familiensportabzeichen erstmals die Auszeichnung an eine Sportlerin mit Behinderung überreichen. „Wir sind auch als Verein sehr stolz auf Gudrun. Unser Ziel ist es, dass es ganz normal wird, wenn körperlich oder psychisch eingeschränkte Sportler neben den nicht eingeschränkten Sportlern ihr Sportabzeichen ablegen. Erst dann ist Inklusion komplett und aus unserer Sicht geglückt!", sagt Pressewart Lukas Fels.
Und Gudrun Jesse legte das Sportabzeichen nicht nur ab, sie vergoldete es auch noch. In allen vier Disziplinen holte sie sich die Höchstpunktzahl von drei Punkten. Als Ausdauereinheit wählte sie die 400 Meter Schwimmen. Nach 8:16 Minuten stieg sie aus dem Mesumer Schwimmerbecken. Für die Abfrage der Schnelligkeit sprang die Pensionärin wieder ins Wasser. Eine Bahn, also 25 Meter, bewältigte sie in 24:84 Sekunden. Im Zonenweitwurf (Disziplin Koordination) aus fünf Metern brillierte sie ebenfalls und holte sich alle drei Punkte. Der Zwei-Kilogramm-Medizinball landete bei der Krafteinheit nach 6,30 Metern.
Jesse will am Ball bleiben, kündigt schon mal für diese Saison an: „Ich möchte das Sportabzeichen wiederholen und auch zukünftig, solange es meine Gesundheit zulässt. Super, wenn noch mehr Leute mit Behinderungen dabei wären.“
Also: 2021 die Gelegenheit bei der LG Rheine-Elte nutzen und dem Motto „Sport ist gesund und gemeinsam macht alles viel mehr Spaß“ folgen.